Schwarzer Winter

Winterschwarzer Januar. Graue Tage, Nässe und ein Wind, der durch und durch ging. Der Jahresanfang hat uns auf die Probe gestellt. Und der Februar tut es noch. Winter hat etwas von Abschied und leider haben wir bei den Schafen einen herben Verlust erlitten. Konrad, unser Bock aus der Linie 02 ist Anfang Februar (mutmaßlich im Gerangel mit einem der anderen Herren) verunfallt und nachdem wir eine Woche um ihn gekämpft hatten, mussten wir ihn doch gehen lassen. Er hat es uns deutlich zu verstehen gegeben, dass es nicht mehr weitergeht.

Da standen wir nun, mit unseren großen Plänen und waren betroffen und ratlos. Machen wir alles richtig? Hätte man dem irgendwie vorbeugen können? Gespräche mit anderen Züchtern und auch Bockhaltern ergaben, dass so etwas durchaus schon einmal vorkommen kann.

Nach dem ersten Schreck kam die Einsicht, dass man – ob aller Vorsichtsmaßnahmen – nicht jedes Risiko aus einem (Schaf-) Leben streichen kann und dass uns der Umgang mit den Schafen einfach auch ein klein wenig Demut beibringt. Demut im Sinne von: es ist nicht alles machbar. Wir können das Wetter nicht beherrschen, Unfälle nicht verhindern. Wir müssen uns fügen, ob es uns passt oder nicht.

Ein Hoffnungsschimmer sind Konrads wundervolle Töchter, die seine Gene in der Herde weitergeben werden. Das ist für uns ein Lichtstreif am Horizont und wir erwarten deren Nachwuchs mit der gleichen Sehnsucht wie die ersten Blütenknospen und die ersten warmen Tage im Frühling.

2022/02